14. April 2015

Der Fluch der Prokrastination

Ok, Late-Night Post. Aus aktuellem Anlass. Damit ihr gleich wisst, worum es geht: Ich bin leidenschaftliche Anhängerin der Prokrastination. Schon immer gewesen. Wie viele Nächte habe ich mir mit Hausarbeiten, Essays, Artikeln und Abschlussarbeiten um die Ohren geschlagen, nur weil ich mal wieder alles bis zum letzten Moment vor mir hergeschoben habe. Ich erinnere mich noch heute an den Tag, als ich meine Bachelorarbeit im Prüfungsamt einreichen musste. Deadline war Punkt 12 Uhr, ich schrieb die letzten Sätze in der U-Bahn zwischen Heidelberger Platz und Thielplatz. Dem armen Mann im Kopierladen machte ich unmissverständlich klar, dass mein Leben von ihm abhängen würde. Außer Atem und durchgeschwitzt stürmte ich um 11:57 in das Büro und knallte die 3 Exemplare auf den Tisch. Die Blicke der Beamtin werde ich nie vergessen.
Tatsächlich habe ich es am Ende jedesmal geschafft, meine Arbeiten pünktlich abzugeben. Offensichtlich blühe ich erst unter abnormem Druck so richtig auf. Da ich furchtbar faul bin (Ich glaube ja nicht an Sternzeichen, aber man sagte mir da würde der Löwe in mir zum Vorschein kommen), ist Stress mein bester Freund. Ich wünschte mir trotzdem manchmal, dass ich nicht so leicht abzulenken wäre. Und manchmal denke ich darüber nach, was ich wohl alles im Leben vollbringen könnte wenn ich mehr von dem tun würde was ich sollte, als all die anderen Dinge, welche mir in dem Moment attraktiver erscheinen.


Die Dinge, die ich tue wenn ich prokrastiniere:

  • Meine Haare flechten
  • Die Turteltauben auf dem Dach gegenüber beobachten
  • Den Kühlschrank aufmachen, sehen dass nichts Essbares da ist
  • Die Tiefkühltruhe aufmachen und nur eine alte Packung Grünkohl im Fach liegen sehen
  • Den Vorratsschrank aufmachen und realisieren, dass ich einkaufen gehen sollte
  • Einkaufen gehen
  • Shopping-Queen schauen und mich über die Kandidatinnen lustig machen
  • Meine Socken sortieren und die traurige Gewissheit bestätigt bekommen, dass irgendwie keine zur anderen passt
  • Einen sinnlosen Blog-Eintrag verfassen, so wie diesen hier
  • Die Tastatur meines Laptops säubern
  • Mein gesamtes Mobiliar verschieben, nur um es nachher wieder zurückzustellen
  • Meine Augenbrauen zupfen
  • Zu DM gehen und schauen, was es Neues im Sortiment gibt
  • Bei DaWanda Schmuck bestellen, den ich nicht brauche und für den ich auch eigentlich kein Geld habe
  • Duschen
  • Bloopers von Serien schauen, die ich nie gesehen habe
  • Espresso trinken
  • Und vielleicht noch einen
  • Darüber nachdenken, was ich hier eigentlich mache und ob mein Leben einen höheren Sinn hat
  • Meine Fußnägel lackieren
  • Aus den letzten, leicht angegammelten Resten meines Obstkorbes einen Smoothie machen
  • ....

Ihr seht worauf ich hinaus will. Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr abgelenkt. Ihr wisst schon, von dem was ihr eigentlich tun solltet...