18. April 2015

Ich liebe... Citybike Wien


File:Wien siebter bezirk 01.03.2013 16-27-31.JPGEine ganz wundervolle Erfindung Wiens sind die kostenlosen Stadt-Fahrräder. Hop on and drive. Einfacher geht es nicht. Immer wenn ich in Berlin bin, vermisse ich diese sehr praktische Fortbewegungsmöglichkeit. Natürlich ist man jetzt in Berlin mit dem Fahrrad auch nicht so schnell von A nach B wie im überschaubaren Wien. Trotzdem ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich den Radfahrern auf der Schlossstraße  neidische Blicke zuwerfe. Jetzt sagt ihr bestimmt: Kauf dir doch dein eigenes Fahrrad. Aber nachdem mein viertes Fahrrad in Folge in all seinen Einzelteilen geklaut wurde (ok, einmal haben sie mir den Rahmen gelassen), habe ich es aufgegeben in Berlin ein Fahrrad besitzen zu wollen. In die Wohnung hinauftragen ist im 6. Stock Altbau ohne Aufzug auch nicht gerade eine attraktive Option.

Lasst mich erklären, wie das ganze in Wien funktioniert: Man geht zu einem der zahlreichen Rad-Stationen, tippt Name und Adresse und die Daten seiner Kreditkarte oder, falls man eine hat, seiner österreichischen Bankomat-Karte ein, und schon kann es losgehen. Die erste Stunde ist gratis, danach kostet jede angefangene neue Stunde 1 €. Dies kann man umgehen, indem man das Rad nach einer Stunde abgibt, 15 Minuten zur nächsten Station läuft oder ein Eis essen geht und dann ein neues Bike holt, so beginnt eine neue Gratis-Stunde.

Bei all den Vorteilen, die so ein kostenloses Hop-on Hop-off Bike mit sich bringt, gibt es natürlich auch Dinge, die nicht so besonders angenehm sind. Doch mit ein paar Tipps und Tricks lässt sich das Beste aus dem Service herausholen. Lasst mich meine langjährige Erfahrung mit dem Vienna Citybike mit euch teilen:

  • Meide an Wochenenden und Feiertagen unbedingt die Stationen rund um den Ring. Die Touristenanstürme sind unberechenbar und bevor ich eine geschlagene Stunde warten muss bevor jemand, der weder deutsch, noch englisch, noch französisch lesen kann, endlich seine Adresse eingetippt hat und dann merkt, dass er seine Kreditkarte vergessen hat, gehe ich lieber zu Fuß.
  • Nehmt unbedingt ein neues Fahrrad, unschwer am Sattel und Allgemeinzustand zu erkennen. Am besten sind die gelben von der Ersten Bank oder die lila-farbenen von Vösslauer. Ihr wollt nicht plötzlich bei Rot auf einer mehrspurigen Kreuzung stehen, weil eure Bremsen nicht funktionieren ( oder auch schwungvoll den Donaukanal runter). Auch ist es verdammt unangenehm bei voller Fahrt plötzlich mit dem Allerwertesten mehrere Etagen tiefer nach unten zu rasen, weil der Sattel kaputt ist. Oder sich die ganze Zeit im 1. Gang abstrampeln, weil man zu spät merkt, dass irgendein Idiot die Gangschaltung abgerissen hat. Alles schon passiert...
  • Ihr wollt früh am Sonntag morgen von eine Party im 1. Bezirk nachhause radeln? Nope. Du wirst kein Fahrrad finden, die stehen nämlich allesamt in den äußeren Bezirken. Von Radlern die weniger lange durchgehalten haben als du. 
  • Akzeptiere, von normalen Radfahrern mit hämisch lächelndem Blick überholt zu werden. Du fährst kein Rennrad und versuche gar nicht erst mitzuhalten. Es könnte dich die Fahrradkette kosten (und deine neue Jeans). 
  • Vermeide Straßen und bleibe lieber auf deinem Fahrradweg. Viele der Räder fahren in Schlangenlinie und man sollte es immer vermeiden den Wiener Autofahrer noch zusätzlich zu provozieren. Der fährt nämlich auch so schon wie eine gesenkte Sau. Hüstel, hüstel...

Ich wünsche euch eine frohe und beschauliche Fahrt!

In diesem Sinne