28. Mai 2015

Zweite Leseprobe zu Fatal Selection [2] - Anarchie

Halbzeit! Und das bedeutet: Zeit für eine neue Leseprobe. Es wird ein neuer Charakter vorgestellt: Ben. Viel Vergnügen :)



2. Leseprobe aus "Fatal Selection [Band 2] - 'Anarchie'"


Das schwache Licht schien unwirklich, ein gelblich trüber Nebel umgab die Straßen, die um diese Uhrzeit sonst schon von tiefer Schwärze umgeben waren. Es war Anfang Juli und vor 23 Uhr wurde es nicht dunkel, doch hell war es in den Häuserschluchten auch nie. Die Straßenbeleuchtung ist schon vor Jahren abgestellt worden, es gab nicht genügend Ressourcen zur Stromerzeugung. Es war wahrscheinlich auch besser so, denn dadurch sprang einem das Elend dieses Viertels nicht direkt ins Auge.
Ben lief die Hauptstraße entlang, die sich Prostituierte, Dealer und andere zwielichtige Gestalten teilten, und betrat Wolfgang's Dönerbude, ein kleiner, heruntergekommener Laden im Erdgeschoss eines grauen Wolkenkratzers. Die drei Stehtische waren voll besetzt und er nickte den Gästen beim Eintreten kurz zu. Sie kamen aus der Gegend. Man kannte sich. Ben grüßte Wolfgang, der hinter dem Tresen stand, mit einem Handschlag.
"Deiner is' schon fertig. Bist heut 'nen paar Minuten spät dran, wa'?", fragte Wolfgang mit seiner verrauchten, kratzigen Stimme und legte ihm einen riesigen, in Alufolie verpackten Döner auf die Theke. Extra Knoblauch, extra Chili und extra Fleisch. Ben musste annehmen, dass es Straßenhund war, doch solange es schmeckte und ihn satt machte war ihm das egal. Er drückte ihm eine Mark in die schmutzige Hand und nahm sein Abendessen.
"Meine Nachbarin hat mich aufgehalten", gab er als Antwort zurück.
"Ach, die aufdringliche Hure?" Wolfgang nahm ein langes Messer und begann langsam das angekokelte Fleisch von dem sich endlos drehenden Spieß zu schneiden.
Ben musste grinsen. "Genau die."
"Junge, wenn du sie nich' willst, schick sie zu mir! Ich bin total blank und wenn mir's eine umsonst besorgt, hab ich 'ne Ausgabe weniger diesen Monat." Er nahm ein Stück von dem Hundefleisch und stopfte es sich in den Mund.
"Ich werd sie mal fragen."
"Ja aber wirklich jetz', Junge. Tztz, wer nich' will der hat schon, wa‘?" Er lachte schallend und es flogen Bröckchen von Fleisch und Spucke aus seinem Mund.
"Schau dir doch den Burschen mal an, Wolfi, natürlich hat der schon!", rief Karl, einer der Männer von Tisch Zwei. Er wohnte im gleichen Gebäude wie Ben und kam manchmal vorbei um sich an seinem Fernseher Boxkämpfe anzusehen.
Die anderen fingen rasselnd an zu lachen, bis der Laut in ein Röcheln und dann in die ersten Hustenanfälle überging. Es wurde heutzutage geraucht was den Leuten unter die
Finger kam, da machte die Lunge irgendwann nicht mehr mit.
"Mann genießt und schweigt", sagte Ben und klopfte Karl auf den Rücken. "Und du solltest bei deinen Aktivitäten lieber mal ein wenig kürzertreten, bist ja auch nicht mehr der Jüngste."
"Wo er recht hat, hat er recht, Karl!", rief Rüdiger, der offensichtlich Probleme hatte Luft zu bekommen.
"Ach, haltet doch das Maul. Lieber sterb ich an 'nem Herzinfarkt auf 'ner Hure, als mir irgendwann meine Lunge krümelweise auszuhusten. Ich weiß, du hast die Option gar nich‘ erst, also kannste auch gar nich' mitreden", murrte Karl und versuchte sich mit seinen zittrigen Händen den Zigarettenstumpf wieder anzuzünden.
"Ich hatte schon meine erste Hure, da hast du noch in die Windeln geschissen", gab Rüdiger zurück und machte mit seinen verschwitzten Handinnenflächen feuchte Furzgeräusche.
Ben hielt es für besser sich aus dem Staub zu machen, bevor die Diskussion wieder ausartete und er die halbe Nacht damit verbringen musste die alten Streithähne auseinanderzuhalten. Er verabschiedete sich schnell und verließ den Laden. Er zog die ehemalige Glastür, die nun von mehreren Lagen Staub belegt war und keinen Blick mehr durchließ, hinter sich zu und bog nach rechts ab.
Er lief durch die Unterführung der U-Bahn-Station Ostkreuz, vorbei an den altbekannten Dealern und Schwarzhändlern. Er wäre geschockt, wenn er hier mal ein neues Gesicht sehen würde. Die Anwohner dieser Gegend waren sehr territorial und wenn jemand Neues versuchen sollte sich auf einer der Straßen rund um den Bahnhof zu etablieren, würde er schneller mit einem Messer im Rücken am Bordstein liegen als er bis drei zählen konnte.
Ben wohnte hier schon sein ganzes Leben lang. Früher mit seinen Eltern und seiner fünf Jahre jüngeren Schwester, bis er schließlich alleine übrig geblieben war. Seine Mutter verließ ihn als Erstes, entschied sich für den Freitod als er 14 war. Sie erhängte sich mit einer ihrer dehnbaren Strumpfhosen im Bad, baumelte über der Wanne als er gerade aufs Klo wollte.
Seinen Vater schmiss er raus als er 18 wurde. Hätte er es schon früher gekonnt, hätte er es getan. Seine Schwester blieb am längsten. Sie starb mit 15 an der Überdosis irgendeiner zusammengemischten Droge, die sie einem Dealer abgekauft hatte, der sich später wünschte, dass er sie nie getroffen hätte. Ben war nicht zimperlich gewesen und hatte ihm einen langsamen und qualvollen Tod bereitet. Normalerweise tötete er schnell, er hatte kein Verlangen danach seine Opfer leiden zu sehen. Er hatte nie aus Vergnügen getötet. Er tötete aus Rache. Oder aus Liebe. Seine Schwester war der letzte Mensch gewesen, den er geliebt hatte. Nachdem er den letzten Verantwortlichen für ihren Tod ausfindig gemacht hatte, war auch sein Rachefeldzug beendet gewesen. Das war vor sechs Jahren.
An einem Punkt, an dem er nichts mehr gehabt hatte, wofür es sich zu leben lohnte, traf er Sven. Er war ehemaliger Profi-Boxer und hatte seine besten Jahre schon hinter sich. In einem Kellerraum am Ostkreuz führte er seinen eigenen Box-Klub, wo er junge Leute trainierte, die sich auf der Straße verteidigen mussten oder ihre Aggressionen unter Kontrolle bringen wollten. Er las Ben bei einem seiner Raubüberfälle auf und lud ihn zu einer Probestunde ein. Da er kein Geld hatte, ließ Sven ihn kostenlos an seinen Sandsäcken üben. Für ihn war es das ideale Ventil, um seine Trauer und seinen Hass auf eine nicht-zerstörerische Art und Weise unter Kontrolle zu bringen. Daher blieb er. Als Sven im Alter von 208 starb, vermachte er ihm seinen Klub. Seit drei Jahren führte er diesen nun mit großem Erfolg und der Andrang war enorm. Er spezialisierte sich auf die schwierigen Fälle, er wollte so viele Kids wie möglich aus der Gewaltspirale der Straße ziehen, waren es nun Opfer oder Täter.
Der Box-Klub befand sich im ersten Wolkenkratzer hinter dem Bahnhof. Er schloss die schwere Stahltür auf und ließ sie hinter sich ins Schloss fallen. Direkt neben der Eingangstür befand sich seine Wohnung. Sie war klein und durch die Lage im Erdgeschoss recht hellhörig, vor allem nachts hörte er die Pistolenschüsse an seinen Wänden widerhallen. Er verdiente mit seiner Arbeit als Boxtrainer sehr gut und könnte sich etwas Besseres leisten, doch hier wohnte er geradewegs über seinem Studio, mit seinen Nachbarn kam er gut zurecht und alles, was er zum Leben brauchte, war in unmittelbarer Nähe. Also blieb er.
Er betrat seine Wohnung und ließ die Haustür offen stehen, da gleich einige seiner Kids zum Training kommen würden. Er hatte keine Feinde. Nicht in dieser Gegend. Viele hatten seinen Rachefeldzug am eigenen Leib zu spüren bekommen und wussten, dass man sich mit ihm lieber nicht anlegte. Er zog seine schwarzen Lederstiefel aus, ließ sich auf sein Sofa fallen und überschlug die Beine auf dem kleinen Tisch. Dann packte er den Döner aus, nahm seinen Kriminalroman in die Hand und lehnte sich entspannt zurück. Er war fast fertig, als er einen Schatten aus dem Augenwinkel wahrnahm.

26. Mai 2015

Meine Lieblingsbücher(4): George Orwell - 1984



George Orwell - 1984

Dystopien sind meine Seelennahrung. Klingt ein wenig psychisch-gestört, ist aber so. Gebt es zu, jeder hat so seine dunklen Seiten. Ich liebe Dystopien und ich lese sie alle. In letzter Zeit (und dank Kindle Unlimited, da ich ja noch nicht genug Dinge habe, die mich von der Arbeit ablenken) lese ich auch vermehrt viele NoName Autoren (vielleicht schreibe ich demnächst mal ein paar Rezensionen, es sind nämlich einige richtig Gute darunter). Aber der unangefochtene Klassiker, meiner Meinung nach, ist 1984 von George Orwell. Das erste Mal habe ich das Buch in meinem Englisch-Leistungskurs gelesen und es war die einzige Pflichtlektüre, die ich gerne gelesen habe. Sogar regelrecht verschlungen (und ich war wirklich alles andere, als eine gute Schülerin). Ja, ich war tatsächlich schon vor allen anderen fertig und habe mir dann noch den Film reingezogen. Der übrigens auch sehenswert ist. Glücklicherweise ist 1984 am Ende doch nicht wahr geworden (zumindest nicht so richtig), wäre ja auch schlimm, wenn Dystopien plötzlich Wirklichkeit werden. Das würde sich dann Realität nennen. Und wäre nur noch halb so spannend. Wer also bisher noch nicht zu George Orwell durchgedrungen sein sollte (shame on you), zögert keine Sekunde. 
Nur so am Rande: Meint ihr nicht auch, es ist an der Zeit für eine Neuverfilmung? In Zeiten von Hunger Games und co. würde es doch super reinpassen. Vielleicht wird mein Wunsch ja irgendwann erhört... :)

25. Mai 2015

Meine Lieblingsbücher(3): Stephen King - The Shining


Stephen King - The Shining

Und die Nr. 3 auf der Liste meiner Lieblingsbücher!

Kennt ihr die Szene aus "Friends", in der Joey das Buch "The Shining" in das Kühlfach legt, weil er sich zu sehr fürchtet weiterzulesen? Das hätte ich damals auch mal machen sollen. Aber so wie ich bin, musste ich es natürlich noch mitten in der Nacht auslesen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich wochenlang Alpträume hatte. DROM, DROM, DROM (damals war mein Englisch noch ziemlich rudimentär ;) ), überall habe ich mit Blut gekritzelte Buchstaben gesehen, bin durch endlose Flure gerannt und habe dieses nicht enden wollende Geräusch des Heizkessels gehört. Wenn ein Buch so etwas mit dir macht, weißt du das es verdammt noch mal gut ist. Ich muss gestehen, ich habe es nur 2 mal gelesen, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch, ich bin ein kleiner Schisshase :D Aber jetzt, wo ich es wieder ausgegraben habe, denke ich darüber nach mir den Horror noch einmal anzutun. Und vielleicht ist es ja beim dritten Mal gar nicht mehr so schlimm....

24. Mai 2015

Meine Lieblingsbücher(2): George R.R. Martin - A Song of Ice and Fire (Game of Thrones)


George R.R. Martin - A Song of Ice and Fire

Selbstverständlich habe ich sie alle. Und das mit Recht. Es ist die einzige Buchreihe, die ich tatsächlich schon vor ihrer Verfilmung gelesen habe und ich dachte immer: Also wenn das nicht von Hollywood aufgekauft wird, dann weiß ich auch nicht. Fantasy ist mit Abstand mein liebstes Genre (Sci-Fi zähle ich mal dazu) und daher bin ich ziemlich anspruchsvoll. Was nicht heißen soll, ich hätte nicht auch Wolfgang Hohlbein verschlungen, als ich jung war (Was ist eigentlich verkehrt mit Hohlbein?). Niemand schreibt meiner Meinung nach besser, detailgetreuer und gewaltiger als Martin. Die HBO Verfilmung wird den Büchern gerecht und vieles wurde 1 zu 1 umgesetzt, doch sie kann ihnen nicht das Wasser reichen. Und, wie wahrscheinlich den meisten Fans der Bücher, gefällt mir der aktuelle Weg, den die Serie einschlägt nicht (Sansa, Theon, WO IST GRIFF, PRINZ AEGON??, Catelyn Stark???). Aber zum Glück haben wir ja die Bücher, nicht wahr? Wobei leider der nächste Band schon seit Jahren auf sich warten lässt (ich erwarte ihn ehrlich gesagt nicht vor 2016, eher später). Aber - solange ich den letzten Band gelesen habe, bevor ich ins Gras beißen muss, bin ich ein glücklicher Mensch :)

Achja, und mein Lieblingscharakter: Tyrion Lannister

In diesem Sinne:


23. Mai 2015

Meine Lieblingsbücher(1): Jane Austen - Emma

Ich liebe Bücher. Selbstverständlich, ich bin Autorin. Und weil ich Bücher so sehr liebe, habe ich eine ganze Reihe Lieblinge. Um ehrlich zu sein habe ich 3 Umzugskartons und einen 3-türigen Schrank voller Lieblinge. Und das, obwohl ich entweder auf dem Kindl lese, oder mir meine Bücher in meiner geliebten Stadtbücherei ausleihe. Zum Glück fällt es mir nicht schwer, Entscheidungen zu treffen und deswegen habe ich gerade mal 10 Werke rausgesucht, die die Liste meiner Lieblingsbücher anführen. 

Und die absolute Nr. 1, ungeschlagen und ohne schlechtes Gewissen:





Jane Austen - Emma

Natürlich könnte ich im Grunde alle Jane Austen Romane in den Top 10 unterbringen (ok, Sense and Sensibility vielleicht nicht, damit bin ich nie richtig warm geworden), aber ich habe mich mal auf meinen allerliebsten beschränkt. Ich denke es liegt an der Protagonistin. Emma hat so eine lebensfrohe, selbstbewusste und lustige Art, die einfach nur liebenswert ist. Und Mr Knightly ist, hach, was soll ich sagen... ;) Ich weiß nicht wie oft ich das Buch inzwischen schon gelesen habe, aber es geht langsam in den 3-stelligen Bereich. Wisst ihr, ich lese nicht viele romantische Romane. Ich bin eher der Typ Thriller, Dystopie und Weltuntergang. Normalerweise schlafe ich schon auf den ersten Seiten ein, wenn ich lese "Sie sah seinen braungebrannten, muskulösen Oberkörper, blickte in seine feurigen, grünen Augen und wusste - sie war ihm hoffnungslos verfallen..." (hoffentlich ist das nicht aus einem meiner Bücher...). Daher muss ich Jane Austen ein riesiges Kompliment aussprechen, dass sie es mit einem Liebesroman an die Spitze meiner Liste geschafft hat. Ich ziehe den Hut vor dieser Frau! Und bitte - schaut nicht nur die Verfilmungen, lest das Buch. Es ist sooo viel besser!

21. Mai 2015

Leseprobe Fatal Selection [2] - Anarchie

Zeit für eine kurze neue Leseprobe!

Ich schreibe gerade an der Fortsetzung von Fatal Selection und hoffe, dass ich im Juni/Juli fertig werde. Der zweite Teil setzt 10 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils ein. Es werden einige neue Charaktere auftauchen und die Atmosphäre wird wesentlich düsterer sein.

Lasst euch überraschen!



Leseprobe - FATAL SELECTION [Band 2] - Anarchie

Prolog


Sie spürte seinen heißen Atem an ihrem Nacken, schon bevor sich seine glitschigen Finger auf ihre Schulter legten. Ihr Instinkt übernahm die Kontrolle, Adrenalin schoss durch ihre Adern. Im Bruchteil einer Sekunde zog sie ihr Messer aus der Vordertasche ihrer Jeans, wirbelte herum und stieß zu. Die Scheide glitt geräuschlos durch die Haut und versank bis zum Schaft im Oberkörper ihres Gegenübers. Zur Sicherheit drehte sie es einmal um sich selbst und zog es mit einem Ruck wieder heraus. Sie sah ihm in die Augen. Sie waren gerötet und trübe, das Augenweiß war gelblich verfärbt und von Adern durchzogen. Ein Junkie.
Er schaute verdutzt an sich hinab und hob die zittrigen Hände zu seiner klaffenden Wunde, aus der das Blut langsam aber stetig auf den dreckigen Asphalt tropfte. Erst schaute er auf seine blutigen Hände, dann hob er wieder den Blick. Er wirkte völlig abwesend, als würde er nicht verstehen was mit ihm passierte. Im letzten Augenblick riss er die Augen auf, so als würde das eben Geschehene zu ihm durchdringen, doch das Licht verschwand schon aus seinen Augen.
Als er zu Boden ging drehte sie sich um, zog ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche, säuberte ihr Messer und warf das blutige Tuch in den Bordstein. Sie verstaute es wieder sicher und setzte ihren Weg fort.
Niemand beachtete sie oder die Leiche auf dem Gehweg. Irgendwann würde die Polizei sie abholen. Oder auch nicht.
Sie ging langsam die Straße entlang. Es war eine unerträgliche Hitze. Sie konnte sich nicht erinnern wann es das letzte Mal geregnet hatte. Ihr nickten ein paar Jugendliche zu, Stammgäste in ihrer Bar. Es war nur ein Junkie. Der wollte bloß Geld oder Stoff oder eine Spritze. Sie dachte an seinen verschwommenen Blick, seine schmächtige Statur und seinen hilflosen Gesichtsausdruck. Selbst wenn er es gewollt hätte, er hätte dich niemals töten können.
Sie tötete keine wehrlosen Menschen. Sie tötete überhaupt nicht gerne. Es war etwas das man tun musste, um selber zu überleben. Doch sie tat es auch aus einem anderen Grund. Sie tat es, weil ihre Schuldgefühle sie sonst von innen her auffraßen.
Heldin der Straße, so nannten die Leute sie in der Nachbarschaft. Sie hielten sie für einen Schutzengel oder Superwoman höchstpersönlich. Er hätte sich nicht von hinten anschleichen sollen. Da hätte jeder zugestochen.
Sie strich sich eine braune Haarsträhne hinter das Ohr, die vor Luftfeuchtigkeit und Schweiß auf ihrer Wange klebte. Wenn die Leute wüssten wer sie wirklich war, würden sie sie wahrscheinlich öffentlich exekutieren. Denn sie war diejenige, die für diese alltägliche Hölle verantwortlich war.

19. Mai 2015

Pummel und der falsche Affenmord

Ich habe heute morgen beim Frühjahrsputz (Prokrastination vom Feinsten) in den Tiefen meiner Rümpelkammer ein paar Geschichten gefunden, die ich als Kind geschrieben habe. Teilweise kamen mir die Tränen vor Lachen. Hauptsächlich wegen den furchtbaren Rechtschreibfehlern und der unterirdischen Grammatik :D 

Ich habe euch mal eine davon rausgesucht, Fehler grob entfernt. Falls euch langweilig ist und ihr etwas zum lachen braucht, viel Spaß ;)

(Ich war übrigens 10, also bitte Nachsicht...)


Pummel und der falsche Affenmord

"Es war der erste Tag nach den Sommerferien und alle Mädchen des Kautner-Mädcheninternats erzählten von ihrem Sommerurlaub", fing Maria's Mutter an zu erzählen. 

Maria hatte ihre Mutter Sandra, genannt Sanny, gebeten, ihr etwas aus ihrer Kindheit zu berichten.  
"Natürlich, ich erzähle dir die Geschichte von dem falschen Affenmord", hatte sie begeistert ausgerufen. 
"Die hört sich spannend an, erzähl' sie bitte!", hatte Maria sie angefleht. 
Dann hatten sie es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht, sich Cola und Schokoplätzchen geholt und Sanny hatte zu erzählen begonnen. 

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18. Mai 2015

Der Autor und seine Marotten: Welche Dinge tauchen in deinen Büchern immer wieder auf?

Ich finde es interessant, dass Autoren in ihren Geschichten häufig ein paar Dinge/Personen/Situationen etc. verwenden, die in all ihren Büchern vorkommen. Die sich wie ein roter Faden durch alle Erzählungen ziehen, den Autor charakterisieren und dem Leser somit bewusst oder unbewusst die Möglichkeit gibt, ihn wiedererkennen zu können. Ich bin spaßeshalber mal durch meine veröffentlichten und unveröffentlichten Geschichten gegangen und war echt erstaunt, dass sich bei mir viele Dinge wiederholen.
Ein Tipp an all die Autoren unter meinen Lesern: Wenn ihr mal eine kleine Schreibpause braucht, legt los und sucht die roten Fäden. Ist echt spannend!


Dinge, die in meinen Büchern immer wieder auftauchen (und für eine psychologische Studie bestimmt viel Wert wären):

- Kaffee (kommt verdammt häufig vor und die Sorte bzw. Zubereitungsart ist auch immer ein Hinweis auf den Charakter der Personen)
- Lederjacken (gerne auch alles andere aus Leder)
- Messer (vornehmlich als Waffe, zweitrangig als Küchenutensil)
- graue Augen (unscheinbar, aber mit der größten Tiefe: der Träger kann alles sein kann, vom Massenmörder bis zum Helden)
- Pizza (ein Muss)
- Musik (vornehmlich Rock, gerne auch HipHop)
- Die Vorliebe meiner Charaktere für das Wort "Scheiße" (ähem, da komme ich wohl durch)
- Großstädte (...macht sich Notizen zu einem Roman über eine romantische Liebe in den Weiten der englischen Highlands...)


Ausgenommen sind hiervon selbstverständlich meine Kinderbücher :D

15. Mai 2015

Farewell to... - The Vampire Diaries

Ok, I need to post this alright? Most of you probably think I am crazy watching such a stupid TV Show, but that's just me. I start with a show and after a couple of episodes, I find myself way too much attached to it, staying up until 2 am even if I have an exam the next day and spending the night searching for spoilers on tumblr. One of those series I got overly attached to was The Vampire Diaries. I watched it 6 years ago in England for the first time and fell in love with the story, the characters and Delena. Even though I wasn't much into Vampires, I liked it immediately and even went to a couple of conventions to meet the actors.
Anyway, why do I write this post? Because yesterday was the final episode of season 6, but for me it was the very last one. Because with the lead actress leaving, the last reason I still kept watching this show is gone. The sad thing for me is not that the series is over, it is that I am actually HAPPY that it is over. The series went downhill a long time ago. I guess after the third season. But really after the fifth. But I still kept watching. Even though I sometimes needed to force myself to watch it, I never missed an episode. I am quite loyal. And I invested too much time into it to give up. But can I just say that: What did happen to the writers? Or the actors? Was I the only one, who thought Ian's acting abilities got worse and worse? That Elena got as boring as Caroline, or even more? That the storylines were so poorly written, I was feeling embarrassed?   Or that even Delena left me bored? Or that at one point they just kept pleasing certain parts of the fandom?
Last nights episode was slightly entertaining, because there was a lot of blood, action and death. But that was all. I do not like the ending, I did not cry, I did not even feel sad that it is over now. Just that it made me regret ever to start watching it in the first place. Because I watched a lot of tv series in my life, but never one that left me so disappointed.

On the plus side: One tv show less to worry about :)

13. Mai 2015

Chasing Ice - 'The Story is in the Ice'



I am so glad that I was able to watch this documentary today at the United Nations Office in Vienna, it came out last year, but I never heard of it before. I recommend everyone to see it, it is marvelous and horrifying at the same time.





Here is my review:

In his documentary "Chasing Ice", the passionate environmental photographer James Balog faces life-threatening situations and extreme conditions to capture stunning and powerful images of glaciers melting under the effect of Climate Change.
Balog's quest to visualize the "biggest story facing humanity" began in 2005, when an assignment for National Geographic led him to the Arctic of Iceland. Struck by the shocking changes in the ice, he started the Extreme Ice Survey (EIS) in 2007 as a photography project using time-lapse cameras over a period of several years to document the rapid glacier changes in the Arctic.
Together with his fellow adventurers he goes on a dangerous mission defying most extreme weather conditions, experiencing major technological set-backs and facing their own mortality. His willpower becomes most obvious when he is climbing on the icy glaciers with a severe knee injury holding onto his crutches to be able to take the most impressive picture. For James Balog this mission has become a "never-ending quest" in the desperate effort to raise awareness of the world's most urgent threat.
The film touches the audience to the very core, its pictures being both breathtakingly beautiful and terrifying at the same time, leaving you scared and thoughtful. But that is exactly the purpose of this film - people need visual evidence to understand how serious the situation is. "The time is clicking", James Balog warns us, "We are at the moment of a global apocalyptic change and humans are causing it."

Ich lebe noch - oder: Mein Roman ist fertig

Ich bin wieder unter den Lebenden! Und habe einen Grund zu feiern, denn....mein Buch ist fertig!

Das bedeutet für mich erst einmal eine Woche NICHTSTUN und die wunderschöne Mai-Sonne genießen! Ich habe gehört es soll sehr schön sein da draußen. Hoffentlich gehe ich nicht in Flammen auf, wie ein Vampir oder so...


Ach ja, und bei Interesse, hier ist das gute Stück:




"Das Schicksal eines einzigen Menschen kann ein ganzes Land in den Abgrund stürzen und die Zukunft der Menschheit für immer verändern." 

Berlin, im Jahre 2387: 
In einer Welt, in der die natürliche Selektion durch medizinischen Fortschritt ausgehebelt wurde, entscheidet sich die deutsche Regierung für eine radikale Lösung, um die Überbevölkerung unter Kontrolle zu halten. Als das Los der "Künstlichen Selektion" auf Isabella fällt, wird die achtzehnjährige Schülerin jäh aus ihrem sorgenfreien Leben gerissen. Nicht bereit das Schicksal seiner Freundin zu akzeptieren, trifft Jonas eine Entscheidung, die weitreichende Konsequenzen hat und das Leben der beiden, ihrer Freunde und ihrer Familie für immer verändern wird.