7. August 2016

Neuerscheinung: The Game [Band 2] - New Game

Meine Lieben,

es ist soweit! Der zweite Band von "The Game" ist ab heute als Ebook bei Amazon erhältlich. Taschenbuch folgt wie üblich etwas später.

Viel Vergnügen beim Lesen! :)


28. April 2016

Neuerscheinung - Light & Dark: A Tale of Angels [Buch 1]

Meine Lieben,

Ab sofort könnt ihr hier den ersten Band meiner neuen Urban Fantasy Reihe "Light & Dark: A Tale of Angels" als Ebook kaufen. 

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen! :)



 

26. April 2016

Leseprobe - Light & Dark: A Tale of Angels [Buch 1: Birth]

Meine Lieben,

es ist mal wieder Zeit für eine Leseprobe. Diesmal aus meiner neuen Urban Fantasy Reihe "Light & Dark: A Tale of Angels". Viel Vergnügen! :)

Eure Linda


Leseprobe - Light & Dark: A Tale of Angels [Buch 1: Birth]


Ihr Begleiter ließ sich auf den Fahrersitz fallen, startete den Sportwagen und gab angeberisch laut Gas, bevor er mit unerlaubt hoher Geschwindigkeit durch die Straßen der Wiener Innenstadt bretterte.
Chloe drehte die Musikanlage auf volle Lautstärke, schlüpfte aus ihren viel zu hohen und viel zu unbequemen High Heels und legte ihre Füße auf dem Armaturenbrett ab.
„Was soll das sein, auf deinem Knöchel?“, fragte er und zündete sich mit einer Hand eine Zigarette an, während er mit der anderen locker das Lenkrad hielt. Der Wagen federte über dem Kopfsteinpflaster auf und ab und ihr Magen drehte sich im Takt. Vorsorglich betätigte sie den Fensteröffner. Die eisige Januarluft ließ sie frösteln und die feinen Härchen auf ihrer blassen Haut stellten sich senkrecht.
„Ach, das Tattoo?“, fragte sie und warf einen Blick auf ihren linken Fuß.
Vor zwei Jahren hatte sie sich in einem Hinterhof im zehnten Bezirk von einem Typen namens Dirk das knallrote Tattoo stechen lassen. Da die Farbe den gleichen Ton hatte wie ihr Blut, hatte sie erst gar nicht sehen können wie stümperhaft er gearbeitet hat. Später war sie zu einem besseren Tätowierer gegangen und hatte ausbessern lassen, was Dirk vermasselt hatte. Als ihre Eltern es entdeckt hatten, waren sie ausgerastet. Allein das waren die höllischen Schmerzen schon wert gewesen.
„Das ist der Teufel“, erklärte sie ihm und fuhr mit ihrem langen Fingernagel die Linien nach.
„Der Teufel, soso. Du bist auch ein kleiner Teufel, was?“, fragte er und beobachtete sie von der Seite.
„Das sagt zumindest meine Schwester“, gab sie zurück und riss ihren Blick von dem kleinen, roten Männchen mit dem grimmigen Gesichtsausdruck und dem schwingenden Dreizack los. „Und sie ist ein Engel, also wird sie recht haben.“
„Aber Engel sind langweilig. Wer will schon einen Engel, wenn er ein Teufelchen haben kann?“, fragte er breit grinsend, als hätte er den Witz des Jahrhunderts gerissen. Sie lächelte nur müde.
Er raste über eine rote Ampel, als wäre sie gar nicht da. Als sie über eine der Donaubrücken sausten, betrachtete sie gelangweilt die strahlenden Lichter der Skyline von Donaustadt, welche die gekräuselte Oberfläche des vom Wind aufgewühlten Flusses lebhaft schimmern ließ.
„Wie schön, dass wir da einer Meinung sind“, gab sie schließlich zurück und zog die Champagnerflasche aus dem Behälter der Mittelkonsole. Sie durfte auf keinen Fall nüchtern werden. Und er noch weniger. Sonst würde sie vor Langeweile in dem bequemen Ledersitz einschlafen.
Sie klemmte die Flasche zwischen ihre Beine, entfernte die Folie und ließ den Korken mit einem ohrenbetäubenden Knall gegen die Autodecke donnern.
Ihr Begleiter schreckte merklich zusammen und blickte mit leicht verärgerter Mine zur Decke hoch, wo sich nun eine tiefe Kerbe befand. Sie lachte. Männer und ihre Autos.
„Was hältst du davon, wenn wir endlich mit dem Spaß beginnen?“, fragte sie dann, legte ihren Kopf in den Nacken und nahm mehrere große Schlucke der exklusiven Flüssigkeit, wobei sie sich beinahe an der aufsteigenden Kohlensäure verschluckte. Als sie genug hatte, wischte sie sich mit der Handfläche den Mund ab, hielt ihm die Flasche entgegen und nickte ihm auffordernd zu.
Es schien erst so, als wolle er sie wegen der lächerlichen Delle in seiner kostbaren Karre zur Sau machen, doch dann nahm er ihr die Flasche ab und setzte sie mit einem Blick, der wohl sexy wirken sollte, an seine Lippen an. Während er, ohne das Tempo zu drosseln, trank, wandte er seinen Blick nicht von ihr ab. Seine Augen wanderten von ihrem Gesicht über ihren Körper und blieb auf ihren Beinen hängen, die heute in einer schwarzen Lederhose steckten.
Als plötzlich ein lautes, durchdringendes Hupen neben ihnen ertönte, sah er erschrocken auf und riss das Lenkrad herum. Scheinwerferlichter blendeten sie und irgendwo hörte sie jemanden wütend schreien.
Während er mit hektischen Bewegungen das Auto schlitternd wieder auf die Spur brachte, lachte Chloe lauthals, bis ihr die Tränen kamen, und nahm ihm die Flasche aus seinen zitternden Fingern wieder ab. Vielleicht würde die heutige Nacht doch nicht so öde werden, wie sie gedacht hatte. Man musste ihn nur aus der Reserve locken.
„Du bist mir eine“, stieß er mit einem leichten Kopfschütteln hervor und versuchte wieder seine entspannte, lässige Körperhaltung einzunehmen.
„Tja, wie du schon gesagt hast. Wer will einen Engel, wenn er auch den Teufel haben kann.“ Sie lachte wieder, wuschelte ihm durch die angeklatschten Haare und ließ sich in den warmen Ledersitz fallen. „Und sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“

6. März 2016

Fatal Selection [Band 3] - Die Erfüllung

Meine Lieben,

Ab sofort könnt ihr hier den dritten und letzten Teil von Fatal Selection als Ebook oder Taschenbuch kaufen. 

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen! :)



5. Februar 2016

Fatal Selection [Band 3] - Die Erfüllung erscheint am 6. März

Meine Lieben,

Der Erscheinungstermin von Fatal Selection 3 steht nun fest. Der letzte Teil wird am 6. März erscheinen. Vorverkauf ist ab sofort bei Amazon möglich. 
Achtung für Vielleser: Der Band wird ab dem Erscheinungstermin auch im Kindle Unlimited zur Verfügung stehen!



Letzter Teil der Dystopie-Trilogie 

Sie wurde auserwählt, um zu sterben. Doch sie überlebte. Zu einem hohen Preis. Würde sie je wiedergutmachen können, was geschehen war? 

Der radikale Wahlkampf zwischen der GSD (Gerechte Selektion für Deutschland) und Goldmann erreicht seinen Höhepunkt und beide Seiten versuchen mit unterschiedlichen Methoden, die Menschen der Straße für sich zu gewinnen. Im Kampf um Macht und Überleben finden Emma und ihr Bruder Jens sich unfreiwillig zwischen den Fronten wieder und werden zu Spielbällen der beiden Erzfeinde. Doch Emma findet heraus, dass auch sie unerwartete Verbündete hinter sich hat. 
Unterdessen erreicht Isabellas Jagd auf die Mitglieder der GSD eine neue Dimension. Als eine überraschende und schockierende Enthüllung die Karten neu mischt, spitzen sich die Ereignisse in der Stadt zu und das Leben aller gerät in akute Gefahr. 
Wird jemand den Überlebenskampf gewinnen?

21. Januar 2016

Neuigkeiten zu Fatal Selection [3] - Die Erfüllung

Meine Lieben,

Ich sitze fleißig an dem dritten und letzten Band von Fatal Selection. Planmäßiger Erscheinungstermin ist Ende Februar. Eine klitzekleine Leseprobe bekommt ihr heute schon. 

Viel Vergnügen :)


Leseprobe Fatal Selection [Band 3] - Die Erfüllung

"Was machst du da?" 
Sie wirbelte herum, ihr Messer angriffsbereit ausgestreckt. Blut tropfte von ihrer Hand auf den staubigen und von der Hitze aufgeplatzten Asphalt vor dem leer stehenden Fabrikgebäude hinterm Ostkreuz. Sie hatte sich verletzt, als sie eine der verdreckten, undurchsichtigen Fensterscheiben mit dem Elfenbeingriff ihres Messers einschlug. 
"Ben", stieß sie überrascht hervor. "Was machst du hier?" 
"Du hast mich angerufen, schon vergessen?" 
Er näherte sich ihr vorsichtig, den Blick nicht von der scharfen Klinge abwendend. 
Verwirrt beobachtete sie ihn. Stimmt. Sie hatte ihn angerufen. Er hatte ihr versprochen, bei der Suche nach Jens zu helfen. Doch sie hatte nicht angenommen, dass er tatsächlich kommen würde. 
Unschlüssig stand sie da und wusste nicht recht, wie sie reagieren sollte. In ihrem ganzen Leben hatte ihr noch nie jemand geholfen. Die Straße war kein Ort der Nächstenliebe.  
"Ich muss hier weitermachen", sagte sie schließlich und wendete sich wieder der zerbrochenen Fensterscheibe zu. 
Sie brach die spitzen Stücke, die wie tödliche Wolfszähne aus dem Rahmen stachen, mit ihrer blutigen Handkante heraus. Dann stützte sie sich an dem hölzernen Fensterbrett, an welchem die weißgräuliche Farbe hässlich abgeblättert war, ab und sprang mit einem Satz in die stockdunkle Halle. Sie fluchte, als sie sich einige Splitter in die Handfläche trieb. Unbeeindruckt trat sie über die Scherben, welche sie an ihren abgehärteten und durch wochenlanges Barfußlaufen gefühllos gewordenen Fußsohlen kaum wahrnahm.  
Halb blind tastete sie sich durch die leere Halle, das Knirschen der Scherben hallte gespenstisch an den Wänden wider. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Doch wie erwartet war das Gebäude völlig leer. Ein paar leere Plastikbecher lagen auf dem Boden verstreut, Papier, ein umgeworfener Stuhl mit nur drei Beinen. Sie stieß mit ihrem großen Zeh gegen einen Kugelschreiber, der vor ihr davonrollte. Aus Gewohnheit bückte sie sich flink, hob ihn auf und steckte ihn sich in die Tasche ihrer Shorts. Alles war etwas wert.  
Plötzlich hörte sie ein Geräusch hinter sich und sie war sofort wieder in Angriffsstellung. Aber es war nur Ben, der ihr durch das Fenster gefolgt war. Mit seinen Sportschuhen zertrat er lautstark das Glas und blickte sich argwöhnisch um. 
"Was suchst du hier?"

8. Januar 2016

Neuerscheinung: Die Probanden - Alicia (Band 1)

Meine Lieben,

das neue Jahr bringt neue Geschichten!

Heute erscheint der erste Teil meiner neuen (Young Adult) Science-Fiction-Reihe "Die Probanden".

Die Probanden - Alicia (Band 1) ist ab sofort schon als Ebook bei Amazon erhältlich, Taschenbuch folgt in Kürze. Leseproben findet ihr wie immer bei Wattpad.

Viel Vergnügen beim Lesen!


Sie sind anders. Doch wer sind sie? Und wie sind sie zu dem geworden, was sie sind? 

Als die 16-jährige Alicia an einer harmlosen Medikamentenstudie teilnimmt, ahnt sie noch nicht, welche Konsequenzen diese Entscheidung nach sich ziehen würde. Schon bald tauchen seltsame Nebenwirkungen auf, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen. Und sie ist nicht alleine. Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, ziehen die Probanden durch die Stadt und verbreiten Terror und Verwüstung. Doch auf einmal werden sie zu Gejagten. Alicia muss in dieser gefährlichen Situation lernen mit ihren neuen Fähigkeiten umzugehen, während sie versucht ihr Leben so normal wie möglich fortzusetzen. Doch ihr Geheimnis fliegt auf und der wahre Albtraum beginnt.

1. Januar 2016

Leseprobe zu Die Probanden [Teil 1] - Alicia

Viel Vergnügen bei einer kleinen Leseprobe zu meinem aktuellen Nebenprojekt! Es handelt sich um den ersten Teil einer neuen Sci-Fi-Reihe. Veröffentlichungstermin ist voraussichtlich der 8.1.2016.



Leseprobe zu Die Probanden [Band 1] - Alicia


"Reicht das langsam?", fragte sie und ihr Blick schweifte über die zahlreichen Röhrchen, die mit ihrem frischen Blut angefüllt waren.
"Wir machen ein großes Blutbild. Damit wir so viele Komponenten wie möglich abdecken können. Aber ich bin gleich fertig." Die Arzthelferin kannte sie noch nicht. Sie war unfreundlicher als diejenigen, mit denen sie bisher zu tun gehabt hatte. Vielleicht eine Oberschwester. Alicia schätzte sie auf Mitte 40. Ihre kurzen, mausbraunen Haare hatte sie mit zwei Klammern streng zurückgesteckt, ihr silbernes Brillengestell saß auf der Spitze ihrer Nase. Alicia wartete nur darauf, dass sie hinunterfiel und ihr die Kanüle aus der Armbeuge riss.
"Haben Sie denn schon irgendeinen Anhaltspunkt? Ich bin doch sicherlich nicht die Einzige mit diesen Problemen?"
Als sie die Praxis betreten hatte war sie erstaunt gewesen, dass das Wartezimmer relativ leer war. Sie hatte einen großen Ansturm erwartet. Vielleicht hatte tatsächlich nur wenige mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Oder sie war sogar ein Sonderfall. Oder alle anderen wollten diese Prozedur nicht über sich ergehen lassen.
Sie protestierte abermals, denn sie fühlte bereits wie die Schwäche sie übermannte.
Die Arzthelferin löste das letzte gefüllte Röhrchen und entfernte die Kanüle aus ihrem Arm. Unsanft presste sie ihr ein Wattepad auf die schmerzende Einstichstelle und verschwand dann mit ihrem Blut in einem Nebenzimmer.
"Ich verstehe ja wenn Sie nicht über andere Patienten sprechen dürfen, aber ich wüsste schon gerne was mit mir nicht stimmt. Immerhin wurde mir diese Studie als absolut harmlos bescheinigt."
"Sobald wir näheres wissen, werden wir Sie informieren", sagte die Oberschwester kurz angebunden.
"Und bis dahin schlafe ich jetzt einfach nicht mehr?"
Nicht alle Veränderungen, die in ihr vorgingen, hatte sie der Klinik angegeben. Sie wusste ja selber nicht genau, welche Symptome echt waren und was sie sich nur einbildete. Außerdem wollte sie nicht als verrückt abgestempelt werden. Also blieb sie lieber bei dem offensichtlichen Hauptproblem.
"Wir geben Ihnen ein stärkeres Schlafmittel mit."
"Als ob das wirkt. Ihre anderen Mittelchen haben mir auch nicht geholfen. Vielleicht sollte ich zur Sicherheit noch eine
andere Klinik aufsuchen. Eine Zweitmeinung kann nicht schaden."
"Dies ist Ihnen nicht erlaubt", wies sie Alicia schroff zurecht. "Sie haben sich mit der Einwilligung zur Teilnahme an der Studie zur Geheimhaltung verpflichtet. Eine Weitergabe der Details zu unserer Medikamentenstudie ist Ihnen untersagt."
"Das kann ja wohl nicht sein. Es geht hier um meine Gesundheit!"
"Sollte Ihre Gesundheit ernsthaft gefährdet sein und wir könnten Ihnen in unserer Klinik nach Erschöpfung aller Mittel nicht mehr weiterhelfen, werden wir Sie an eine andere Klinik überweisen. Bis dahin werden Sie von uns behandelt."
Alicia sah ein, dass bei dieser Frau Widerworte zwecklos waren. Sie folgte ihr in einen weiteren Untersuchungsraum und ließ sich Elektronen an ihre Brust heften. Dann stieg sie auf das Fitness-Fahrrad und folgte den Instruktionen der unsympathischen Oberschwester. Als sie gerade einen Dauerlauf hinlegen musste, wobei sie sorgsam darauf achtete ihr Tempo gering zu halten und wenigstens so zu tun als würde sie die sportliche Betätigung anstrengen, hörte sie auf einmal einen ohrenbetäubenden Lärm aus dem Flur.
Die Schwester verließ alarmiert den Untersuchungsraum um nach dem Rechten zu sehen und befahl Alicia weiterzumachen. Doch sie dachte gar nicht daran und als der Lärm anschwellte, lief sie ihr hinterher.
Auf dem Flur kamen ihr angsterfüllt schreiende Patienten entgegen und als ein Beistelltisch in ihre Richtung geflogen kam, bückte sie sich glücklicherweise noch im richtigen Moment. Er krachte gegen die Wand hinter ihr und zerschellte in seine Einzelteile.
Sie kämpfte sich in die Richtung, aus der die Menschen flüchteten. Der Rezeption und dem Wartezimmer. Ein Arzt kam ihr im wehenden weißen Kittel entgegen und blickte sie mit panisch geweiteten Augen an. Er zog sie am Arm und wollte sie hinter sich her zum Ausgang zerren.
"Laufen Sie, laufen Sie! Zum Ausgang!", schrie er.
Alicia riss ihren Arm aus seinem Griff und vergaß dabei ihre neu erworbene Kraft zu kontrollieren. Vom Schwung wurde er mitgerissen, rutschte mehrere Meter über den spiegelglatten Linoleumboden und blieb an der Wand liegen. Er rappelte sich auf und blickte sie an als wäre sie ein wild gewordenes Tier, welches gerade aus dem Zoo ausgebrochen war. In einer verzweifelten Geste schnappte er sich ein abgebrochenes Stuhlbein und schwang es vor sich hin und her, während er nach einem freien Ausweg suchte.
Sie beachtete ihn nicht und stürmte an ihm vorbei in die Rezeption. Dabei passierte sie mehrere Untersuchungszimmer, in denen Patienten randalierten. Medikamente flogen durch die Gegend, Glasfläschchen zerschellten an Wänden und man musste aufpassen, wo man hintrat. Es stank beißend nach Desinfektionsmittel. Als sie am Wartezimmer vorbeikam, herrschte auch dort ein heilloses Chaos. Stühle und Tische lagen kreuz und quer auf dem Boden, Zeitschriften waren zerfleddert und das Spielzeug aus der Kinderecke lag im ganzen Raum zerstreut.
An der Rezeption sah es nicht anders aus. Die unsympathische Oberschwester klammerte sich an einen Aktenschrank, offenbar um seinen Inhalt zu schützen. Soweit Alicia es überblicken konnte, war sie die Einzige vom medizinischen Personal, die das sinkende Schiff noch nicht verlassen hatte. Verbissen verteidigte sie, was auch immer sie für so wichtig hielt und trat nach einem Jungen, der sie packen wollte.
Alicia versuchte in dem Durcheinander jemanden ausfindig zu machen, der ihr erklären konnte was hier vor sich ging. Dann wurde sie mit einem Mal grob von hinten angerempelt und wirbelte herum. Sie packte den Jungen, der sie ein weiteres Mal beiseite stoßen wollte, und zog ihn zu sich heran. Als sie in sein wutverzerrtes Gesicht blickte, erkannte sie zu ihrem großen Erstaunen den kleinen, schmächtigen Jungen, den sie am Tag der Medikamentenstudie im Klinikflur über den Haufen gerannt hatte. Er trug keine Brille mehr und seine Schüchternheit war wie verflogen. Er versuchte sich aus ihrem Griff zu befreien, doch sie ließ nicht los.
"Was geht hier vor?", schrie sie ihm ins Gesicht und zog ihren Kopf ein, als eine Computertastatur auf sie zukam.
"Was fragst du so blöd? Du bist doch eine von uns", schrie er und versuchte abermals sich ihr zu entreißen. Sie war überwältigt von seiner unerwarteten Stärke, doch nicht so sehr wie von ihrer eigenen. Sie konnte schwören, dass sie ihm alle Knochen im Arm brach, doch er machte keinerlei Anzeichen, dass er Schmerzen hätte. Er sah einfach nur sehr sehr wütend aus.
"Was heißt eine von uns? Was passiert mit uns? Was ist das? Was zur Hölle geht hier vor?", schrie sie. Langsam verlor sie die Fassung. Wenn sie nicht bald Antworten bekam, würde sie genauso Amok laufen wie diese irregewordenen Randalierer.
"Alicia!", rief plötzlich jemand und sie hob den Kopf.
Oh nein, dachte sie. Nicht auch das noch.
"Wen haben wir denn da? Ich habe mich schon gefragt, wann wir uns wiedersehen. Jetzt, wo uns so viel verbindet." Tobias kam grinsend auf sie zu. Er hielt die Oberschwester am Ellbogen und schleifte die schreiende und zeternde Frau lässig über dem Boden hinter sich her.
Alicia stieß den Jungen von sich. "Das einzige was uns verbindet ist die Tatsache, dass wir beide der gleichen Spezies angehören", gab sie entnervt zurück.
"Da hast du absolut recht. Das tun wir wohl", sagte er und grinste noch breiter.
Alicia konnte die Schmerzensschreie der Oberschwester nicht mehr ertragen. "Lass sie los", befahl sie Tobias.
"Oder was?", fragte er zurück und verdrehte ihren Arm noch ein Stück weiter nach hinten.
Alicia stieß ihn zurück, doch er fing sich schnell und taumelte nur einen Schritt zurück.
"Unberechenbar diese Kräfte, nicht wahr? Aber man lernt schnell."
"Ich habe gesagt, du sollst sie loslassen", zischte sie und die Wut verlieh ihr die benötigte Kraft, um ihn mit einem Fußtritt mehrere Meter rückwärts zu befördern. Er ließ die Schwester los, die sich sofort aus dem Staub machte. Die Akten, die sie hat beschützen wollen, lagen verstreut auf dem Boden und einige der Randalierer wühlten sich durch die Papiere.
"Hola. Du hast offensichtlich auch schon ein wenig trainiert, was?", fragte Tobias belustigt und kam wieder auf sie zu. "Bist du in einer Gruppe?", fragte er dann ernsthafter und blieb vor ihr stehen.
"Was für eine Gruppe?"
"Oh Mann, du bist echt nicht so helle oder? Aber du hast schon kapiert, dass irgendetwas nicht mit dir stimmt? Und dass du da nicht die Einzige bist?"
"Was weißt du darüber?" Sie war verärgert, dass er offenbar mehr wusste als sie.
"Schließ dich uns an. Dann erfährst du alles was wir schon herausgefunden haben. So jemanden wie dich könnten wir gut gebrauchen." Er betrachtete sie von oben bis unten und legte wieder sein anzügliches Grinsen auf.
"Wer ist wir?", fragte sie schroff.
"Wir sind die Coolen", sagte er machte eine theatralische Handbewegung. "Vielleicht weißt du es nicht, aber es haben mehr Leute an dieser Studie teilgenommen als du glaubst. Da ist es nur sinnvoll, wenn man schon gleich zu Anfang zeigt wer hier das Sagen hat. Unsereins kann nämlich ziemlich ungemütlich werden. Besser man hängt sich an die richtigen Leute. Also was sagst du, bist du dabei? Noch nehmen wir Mitglieder auf."
"Danke, ich verzichte" entgegnete sie ihm und stieg über die Unordnung in Richtung Ausgang.
"Du machst einen Fehler, Freak!", rief er ihr hinterher. "Einen großen Fehler. Du wirst schon noch zu uns kommen und uns anflehen dich aufzunehmen"